WM 2022 - in Slowenien

Geschrieben von admin am Sonntag, 18. September 2022 Jetzt buchen

Siegerehrung und Abschluss einer wunderbaren Weltmeisterschaft

Einen Tag später als versprochen melden wir uns nochmals per Blog. Nachdem es inoffiziell klar war, dass wir die Sieger der diesjährigen Weltmeisterschaft sind, haben wir den Donnerstagabend zusammen mit der ganzen Nationalmannschaft in einem guten Restaurant genossen und bis spät abends gefeiert. Da wir die letzte Woche jeden Morgen früh raus mussten, gönnen wir es uns, am Freitag mal etwas länger im Bett zu bleiben. Beinahe zu lange, denn wir wollen vor der Siegerehrung, welche um 12 Uhr beginnen soll, noch alles erledigen und packen, damit wir nach der Siegerehrung unsere Heimreise antreten können. Durch vereinten Einsatz schaffen wir es dann gerade noch pünktlichan den Flugplatz von Murska Sobota zur Schlussfeier der Heisslufballon-Weltmeisterschaft 2022. 

Wie eigentlich alles an dieser WM ist auch an der Siegerehrung alles sehr gut organisiert. Für das Team und natürlich besonders für Stefan ist dies ein sehr emotionaler Moment. Es war unsere 7. Teilnahme an einer WM und wir hatten an jeder einzelnen WM gute Chancen den Titel zu gewinnen. Nun hat es endlich funktioniert! Wir sind überglücklich und dankbar für dieses wunderbare Erlebnis und den Erfolg. 

Dieser Sieg kam nicht einfach so, es stecken wahnsinnig viele Faktoren hinter diesem Erfolg. Besonders herausstreichen möchten wir die abermals geniale und gar aufopfernde Zusammenarbeit der Nationalmannschaft. Alle wichtigen Informationen und Überlegungen wurden vor und während der Fahrt auf verschiedenen Kanälen ausgetauscht. Bei den letzten Fahrten, als die Titel-Chancen immer besser wurden, ist immer mindestens ein Schweizer Ballon vor uns gestartet und hat uns wertvolle Infos im Bezug auf die Windrichtungen durchgegeben. Vielen herzlichen Dank allen Schweizer Teams für diese gigantische Zusammenarbeit. Den Erfolg unseres Modells der Zusammenarbeit zeigt sich auch auf dem Papier. Im Nationenranking, bei welchem alle Ergebnisse einer Nation einfliessen, belegt die Schweiz hinter Frankreich und Japan den sehr guten dritten Platz von insgesamt 32 Nationen!

Morgen Sonntag dürfen wir unseren Sieg auch noch in der Schweiz feiern. Ab 12 Uhr findet bei Stefan zuhause in Andwil SG ein Empfang mit Imbiss statt. Wir berichten ausserdem persönlich von unseren Eindrücken dieser WM und beantworten eure Fragen. Wer gerne mit dabei sein möchte, kann sich für weitere Infos und Anmeldung schnellstmöglich bei Kurt Frieden (info [at] ballonfrieden.ch) melden.

 

10. und letzte Fahrt – Donnerstagabend

Unsere Ausgangslage vor der letzten Fahrt ist besser wie nach der Morgenfahrt erhofft! Die letzte noch offene Auswertung, das Fly On hat uns nochmals etwas Distanz zwischen unserem direkten Verfolger eingebracht. Daher gehen wir mit einem Vorsprung von ca. 1000 Punkten in die letzte Fahrt. Dies ist grundsätzlich recht komfortabel, jedoch haben die Erfahrungen hier gezeigt, es kann am Abend immer alles passieren. Tatsächlich sind nochmals drei Aufgaben auf dem Aufgabenblatt. Somit besteht für unseren direkten Verfolger und Ex-Weltmeister Yudai Fujita aus Japan immer noch die Chance den ersten Platz zurückzuerobern.

Als erste Aufgabe, müssen ähnlich wie gestern eines von drei Zielen direkt auf dem Runway des Flugplatzes angefahren werden. Eine Wertung erhält nur, wer den Marker innerhalb der 30m MMA fallen lässt. Danach gibt es wiederum ein Qual der Wahl und zum Abschluss der Meisterschaft ein Fly On. Vor lauter Fokus auf eines der drei Ziele auf dem Flugfeld, übersehen wir, dass das dahinterliegende Ziel direkt in unserer Fahrtrichtung liegen würde. Jedoch lassen wir den Marker mit nicht allzu gutem Ergebnis in die MMA fallen. Sekunden darauf fahren wir dann über das nächstmögliche Zielkreuz dieser Aufgabe, bloss ohne Marker… Unser direkter Konkurrent hat hier jedoch ebenfalls Schwierigkeiten und Markert noch schlechter als wir. Somit bleiben ihm nur noch zwei Aufgaben um aufzuholen. Diese Hoffnungen des aktuell Zweitplatzieren müssen jedoch bei der nächsten Aufgabe begraben werden. Wir erzielen zwar wiederum kein perfektes Resultat, Yudai ist jedoch wiederum weniger gut und hat nun eigentlich keine Chance mehr auf den erneuten Weltmeistertitel.

Es ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht offiziell und die Fahrdaten und mögliche Strafpunkte werden erst noch verteilt, jedoch müsste es dieses Mal tatsächlich zum Titel reichen!

Wir sind überglücklich, dass wir trotz der Rückschläge und dem schlechten Start immer wieder den Anschluss gefunden haben und den Steigerungslauf bis zum Ende (mehr oder weniger) durchziehen konnten. Bereits jetzt ein grosses Dankeschön ans Team, die gesamte Schweizer Nationalmannschaft, welche durchgehend perfekt zusammengearbeitet hat. Und auch Rebekka Zeberli die zu Hause den ganzen Laden geschmissen hat.

Wir gehen jetzt mit allen Schweizern Teams zum Abendessen und melden uns morgen sobald alles offiziell ist.

 

 

9. Fahrt – Donnerstagmorgen

Wie man mittlerweile bei den Resultaten sehen kann, haben wir gestern Abend bei beiden Aufgaben mehr Punkte erhalten wie erwartet. Zusätzlich hat der vor der Abendfahrt führende Japaner eine sehr schlechte Fahrt hinnehmen müssen. So stehen wir nun tatsächlich nach 8 Fahrten auf dem ersten Platz. Es bleibt jedoch keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Direkt geht es heute Morgen weiter mit 5 gestellten Aufgaben. Bei so vielen Aufgaben besteht für alle Piloten die Chance, viele Punkte aufzuholen, oder natürlich auch das Risiko, bei nicht so guten Resultaten in der Rangliste nach hinten gereicht zu werden.

Es sind 4 Aufgaben gesetzt, bei denen die Wertung durch physische Marker erfolgt. Gefahren werden können die Aufgaben in beliebiger Reihenfolge. Es gibt total 5 mögliche Qual-der-Wahl-Ziele, von welchem frei wählbar zwei Ziele angefahren werden sollten. Das erste gelingt uns relativ gut, das zweite ist etwas schwieriger, da der Bodenwind stetig zugenommen hat. Hier ist das Resultat wohl eher mittelmässig. Beim CLP auf dem Flugplatz müssen gar zwei Marker nacheinander geworfen werden. Es gibt einen Messbereich, in welchem die beiden Marker in möglichst grossem Abstand zueinander, aber innerhalb dieses Bereichs liegen bleiben müssen. Stefan fährt perfekt über diese Area, da aber auch hier der Wind sehr stark ist, gibt er die Marker mit genügend Marge zur Bereichsgrenze. Denn wenn ein Marker ausserhalb landet, hat man bei dieser Aufgabe kein Resultat. Es wird wohl auch hier bessere Ergebnisse geben, jedoch hoffen wir, dass auch unser Resultat in Ordnung ist.

Beim CLP startet erneut ein Fuchsballon. Diesem kann man relativ gut folgen. Unser Marker, welcher nur fallengelassen werden durfte, landet zwar in der MMA, aber leider nicht so nahe am Kreuz. Da wir als einer der ersten an diesem Ziel sind, wissen wir nicht, wie wir dieses Ergebnis einordnen müssen.

Als 5. Aufgabe gibt es ein Fly On zu fahren. Da die Aufgaben in der Reihenfolge frei wählbar sind, lösen wir diese Aufgabe auf dem Weg vom ersten Qual-der-Wahl-Ziel zum CLP. Stefan entscheidet sich, die Ablage von gut 20 Metern in Kauf zu nehmen und gibt den Loggermark. Wie immer bei den dreidimensionalen Aufgaben sehen wir hier erst auf der Auswertung, wie gut oder schlecht das Ergebnis ist.

Wir haben nun nur noch die heutige Abendfahrt vor uns. Wir hoffen, wir konnten am heutigen Morgen den ersten Platz verteidigen. Die Abendfahrten sind jeweils so unberechenbar, dass es gut wäre, etwas Reserve zu haben.

8. Fahrt – Mittwochabend

Noch vor einer Woche war unklar, wie viele Fahrten auf Grund des Wetters an dieser Weltmeisterschaft überhaupt durchführbar sein werden. Nun haben wir bereits die 8. Fahrt hinter uns und es wurde noch keine Fahrt gestrichen.

So findet auch die heutige Abendfahrt statt. Zwar wie gewohnt mit sehr zügigem Wind, welcher jedoch recht zuverlässig am späten Abend am Boden langsamer wird. Gestartet wird vom gemeinsamen Startplatz auf der Piste des Flugplatzes. Zuerst gibt es ebenfalls wie schon fast gewohnt eine Qual der Wahl aus drei möglichen Zielen. Aufgrund der Windrichtung ist jedoch dann nur ein Ziel realistisch zu erreichen. Auch dieses Ziel bereitet vielen Schwierigkeiten. So auch uns. Kurz vor Erreichen des Zielkreuzes dreht der Wind nach rechts weg und wir können den Marker nur noch an den Rand der MMA fallen lassen.

Als Folgeaufgabe muss man sich wieder für ein Ziel entscheiden. Diese Entscheidung muss jedoch bereits vor der ersten Aufgabe erfolgen und als Fly On im Logger deklarieret werden. Um zum deklarierten Ziel zu gelangen, steigen wir bis an die maximal erlaubte Höhe, um nach links zu korrigieren. In dieser Höhe ist es mit Minus 3 Grad ziemlich frisch, jedoch bleiben wir auch nicht lange auf dieser Höhe. Kaum oben geht es im „Sturzflug“ wieder nach unten. Wir erwischen den richtigen Moment und können innerhalb der MMA unseren Marker fallen lassen. Damit müssen wir aufgrund der Bedingungen zufrieden sein.

Morgen ist bereits der letzte Tag, an welchem Wettfahrten stattfinden. Wir sollten nun in einer guten Ausgangslage sein, um auch ganz vorne noch mitzureden. Warten wir mal ab, wie es unserer Konkurrenz heute ergangen ist. Noch sind nicht alle Resultate der Morgenfahrt publiziert.

7. Fahrt – Mittwochmorgen

Gestern Abend haben sämtliche Piloten auf den vordersten Rängen, wie wir, bei mindestens einer Aufgabe schlecht abgeschnitten. Dies ist absolut aussergewöhnlich, für uns hat dies jedoch zur Folge, dass wir den Anschluss an die Spitzenplätze durch die ganz schlechte Aufgabe von gestern Abend nicht verloren haben. Nach wie vor haben wir einen Rückstand, dieser wäre aber theoretisch noch aufholbar.

Eine gute Gelegenheit, um die vordersten Plätze unter Druck zu setzen, bietet sich heute Morgen. Es stehen 5 Aufgaben auf dem Aufgabenblatt. Die Aufgaben können zudem in einer beliebigen Reihenfolge gelöst werden. Die meisten haben es aber wohl ähnlich gelöst wie wir. Das heisst, sich zuerst auf die zwei Ziele, welche am Boden gesetzt sind, zu konzentrieren und danach die drei Aufgaben zu lösen, welche per Loggermark gewertet werden.

Das erste Bodenziel ist eigentlich wieder ein Fly In, mit der Besonderheit, dass die MMA mit dem Zielkreuz als Mittelpunkt viergeteilt ist. Alle 15 Minuten ist dann jeweils ein anderes Viertel „offen“ und während dieser Viertelstunde muss der Marker auch in diesem landen. Da der Wind kurz vor dem Start etwas dreht, müssen wir mit dem tiefen Bodenwind eine ziemlich weite Strecke nach vorne kämpfen. Wenn man dann jedoch bis zum Zielkreuz kommt, ist es in den unteren Schichten gut steuerbar. Stefan fährt tief über das Kreuz und kann den Marker recht schön platzieren.

Direkt geht es weiter zum zweiten Zielkreuz, ein Qual-der-Wahl-Ziel. Dieses fahren wir etwas direkt an. Wir können zwar den Marker bei gut 8 Metern fallen lassen, jedoch wissen wir mittlerweile, dass der Grossteil der nachfolgenden Ballone schöner aufkreuzen und tief über die MMA fahren und dadurch eine Mehrheit ein besseres Resultat erzielt.

Die kommenden drei Aufgaben sind schwer zu beurteilen. Am wohl schlechtesten gelungen ist uns ein klassisches Fly On. Da die Zeit und der Platz eher knapp wird, entscheiden wir das wohl nicht so gute Resultat hinzunehmen und nicht nochmals neu zu deklarieren. Folgend klappt dann eine andere eher komplizierte und sehr herausfordernde Variante eins Fly On recht gut. Wir sind gespannt, welche Resultate dabei erzielt werden. Das Resultat dieser Aufgabe besteht aus der Summe von eigentlich drei Fly On, welche in vorgegebenen Höhen und Seitendifferenzen zum deklarierten „Aufgabenmittelpunkt“ gesetzt sind.

Unsere letzte Aufgabe ist der „Ellbogen“. Hier muss durch das Setzen von drei Loggermarkern, welche dann zwei Schenkel ergeben, beim zweiten Schenkel eine möglichst grosse Richtungsänderung (optimal 180 Grad zurück) zum ersten Schenkel erzielt werden. Die Teams lösen diese Aufgabe an so unterschiedlichen Orten mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten, dass es schwer ist zu sagen, wie unser Ergebnis abschneidet. Wir sind jedoch recht zufrieden mit den gefundenen Windrichtungen und denken, dass dies ein gutes Resultat gibt.

 

6. Fahrt – Dienstagabend

Wie bisher jeden Abend weht auch heute ein starker Wind. Dieser greift bis auf den Boden durch. So ist die Wettkampfleitung gezwungen, die Startperiode spät zu setzen und kann somit auch nicht all zu viele Aufgaben stellen. Immerhin sind es heute Abend zwei. Als erstes muss auf dem Flugfeld des lokalen Flugplatzes eins von vier über die Piste verteilten Zielkreuzen angefahren werden. Danach gibt es ein zweites Qual der Wahl, wobei wiederum vier Ziele, etwas breiter verteilt, zur Auswahl stehen. Das erste Ziel gelingt einigermassen gut. Für das noch halbwegs mögliche zweite Ziel steigen wir sehr hoch, um genügend nach Osten zu kommen. Durch die grosse Höhe und hohe Geschwindigkeit verpassen wir dann leider den richtigen Zeitpunkt, um wieder abzusinken und fahren dadurch weit am Ziel vorbei. Wir befürchten, dass dies leider kaum Punkte geben wird… Wir können nur hoffen, dass wir durch dieses wohl miserable Ergebnis unsere mittlerweile gute Position und den Anschluss an die Spitze nicht verlieren. Wie es scheint, haben aber auch einige der anderen topplatzierten Piloten heute Abend teilweise etwas Mühe gehabt. Morgen früh sollten wir dann mehr über die neue Ausgangslage wissen. Was sicher ist, es braucht jetzt mal eine richtig erfolgreiche Fahrt mit vielen guten Resultaten.

5. Fahrt – Dienstagmorgen

Das Resultat von gestern Abend ist noch nicht offiziell. Jedoch ist es offensichtlich auch für den Grossteil der Ballone, welche nach uns ans Ziel kamen, trotz der langsameren Winde am Boden, nicht einfacher gewesen. Unsere Ablage reicht doch noch zu gut 700 Punkten. Damit müssen wir für eine Aufgabe am Abend zufrieden sein. In der Gesamtrangliste klettern wir aufgrund der zwei Fahrten von Montag wieder etwas weiter nach vorne. Allerdings ist der Abstand nach ganz vorne immer noch beträchtlich und kaum kleiner geworden.  

Heute Dienstagmorgen sind 5 Aufgaben gestellt. Als erste Aufgabe gibt es einen CRT, eigentlich ein Fly In mit individuellem Startplatz, jedoch mit der Schwierigkeit, dass man immer nur in einem vorgegebenen Zeitfenster eine Wertung per Marker erzielen kann. Die Schweizer wählen Startplatz und Zeitpunkt so, dass dieses Zeitfenster kein Problem darstellt. Unser Marker, welcher nur fallen gelassen werden darf, kommt bei knapp 6 Metern zu liegen. Eigentlich klingt dies ganz ok. Allerdings sind so viele Marker noch besser, dass dies gerade mal Rang 30 in dieser Aufgabe bedeutet. Zeit zum Entspannen gibt es keine, direkt geht es weiter zum CLP am Flugplatz. Dort müssen zwei Marker mit einer möglichst geringen Distanz zueinander, in zwei gegenüberliegende Dreiecksflächen, geworfen werden. Wir fahren tief optimal über das Ziel. Jedoch landet der erste Marker auf der Grenze zwischen den beiden ersten Flächen. Somit sind wir uns unsicher, welches der beiden kommenden Dreiecke nun das richtige ist. Durch das Hin-und-Her-Entscheiden verlieren wir etwas Zeit und somit die Möglichkeit den Marker noch näher in die Ecke zu werfen. Stefan entscheidet sich dann doch noch für eine Fläche.  Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Marker korrekt gelandet sind und wir ein Resultat erzielt haben. Dieses ist trotz der vertanen Chance, ein exzellentes Resultat zu erzielen, immer noch sehr gut.

Neben dieser Aufgabe startet auf dem CLP ein Fuchsballon. Diesen gilt es trotz der noch weiteren Aufgaben nicht aus den Augen zu verlieren und an dessen Landeort muss dann ebenfalls ein Marker abgeworfen werden. Aufgrund des Startzeitpunkts, welcher zwar für die erste Aufgabe perfekt war, sind viele Ballone etwas zu früh am Startplatz des Fuchsballons. So auch wir. Wir wollen auf keinen Fall den Fuchsballon überholen und versuchen wo immer möglich etwas zu bremsen. Ein Fly On, welches maximal zwei Mal auf mindestens 4 Kilometer Distanz vordeklariert werden muss, lösen wir direkt nach der Aufgabe am CLP, quasi auf dem Weg zur nächsten Aufgabe. Das Resultat hierbei ist sicher nicht grandios, es ist jedoch wie immer nicht abzuschätzen, wie die Resultate der anderen bei dieser Aufgabe sind. Kaum ist das Fly In per Loggermark abgeschlossen, müssen wir direkt weiterkämpfen, um das einzige realistische Zielkreuz der kommenden Aufgabe, einer Qual der Wahl, zu erreichen. Wir verpassen den rechtzeitigen Abstieg leider etwas, können den Marker aber trotzdem noch in die MMA fallen lassen. Dies ist leider kein so gutes Resultat. Es wäre eigentlich möglich gewesen, dieses Ziel besser anzufahren. Jedoch gelingt es vielen anderen Teams ebenfalls nicht wie gewünscht und somit gibt es wohl doch noch ein paar Punkte für unser Ergebnis.

Kurz nach unserem eher bescheidenen Marker beim Qual-der-Wahl-Ziel, landet auch schon der Fuchsballon. Stefan erkennt recht früh, dass praktisch das ganze Feld der verfolgenden Ballone links am mittlerweile ausgelegten Fuchszielkreuz vorbei fahren wird. So begibt er sich frühzeitig in eine dünne noch vorhandene Schicht, um so weit es geht nach links zu korrigieren. Leider reicht es nicht mehr bis ans Zielkreuz. Allerdings sollte unser Loggermark zu den Besseren bei dieser Aufgabe gehören. Den Marker tatsächlich in die MMA fallenlassen, konnten nur ganz wenige Piloten.

Kurzes Fazit, auch anhand der teilweise bekannten Messresultate. Es war wiederum alles andere als einfach. Die Resultate sind über die ganze Fahrt mittelmässig bis ok. Es wird kaum reichen, die führenden Teams einzuholen. Allerdings können wir wohl einigermassen dranbleiben und die Chance für eine hoffentlich andauernde Aufholjagd wahren.

4. Fahrt – Montagabend

Der starke Wind ist heute Abend das Thema. Laut Prognosen sollte der Wind am Boden vor Sonnenuntergang abstellen. Da wir aber nur bis zum Sonnenuntergang fahren können, heisst dies, dass es nur eine kurze Fahrt geben kann. Somit sind auch nur zwei Aufgaben gestellt. Ein Fly In gefolgt von einem Fly On mit drei Zielen zur Auswahl. Das Fly-In-Ziel befindet sich auf dem Flugfeld von Murska Sobota. Da der Wind kurz vor der Startperiode immer noch nicht abgegeben hat, wird die zweite Aufgabe per Nachricht in der WhatsApp-Chatgruppe gestrichen. Dies damit die Piloten die Wahl haben, noch etwas später zu starten. 

Die Schweizer entscheiden sich trotzdem zu einem frühen Start, damit sie nicht ins Gedränge kommen und frei steigen und sinken können. Da man vom gewählten Startplatz aus erst recht hoch steigen muss, um in die richtige Linie des Bodenwindes zu gelangen, ist es wiederum sehr schwierig abzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um abzusinken. Die Schweizer sinken unterschiedlich früh respektive spät. So kommt es, dass ein Teil zu weit fährt und somit links am Ziel vorbeifährt und ein Teil etwas zu weit rechts am Kreuz vorbeifährt. Wir sind auch eher etwas früh im Abstieg und gleichzeitig dreht der Wind am Boden noch 20 Grad mehr nach rechts. Wir können den Marker zwar in die Messzone fallen lassen, jedoch gibt es bereits kurz nach uns schon einige die direkter über das Ziel fahren und somit auch bessere Resultate erzielen. Was die folgenden Ballone noch erreicht haben, können wir leider nicht abschätzen, da wir kurz nach dem Ziel landen. Wir können nur hoffen, dass es trotz der langsamer werdenden Winde immer noch eine Herausforderung war, das Ziel zu erreichen. 

Die gute Nachricht des Abends ist, dass die Ergebnisse des heutigen Morgens veröffentlicht wurden. Es gab wie erwartet ein sehr gutes Resultat beim ersten Ziel. Das zweite Ziel war von der erzielten Ablage nicht ganz so toll, hat jedoch aufgrund der Resultate der anderen doch noch einige Punkte gegeben.

3. Fahrt – Montagmorgen

Als wir zum Briefing fahren, fällt noch leichter Regen. Daher ist es dann auch keine grosse Überraschung, dass der gemeinsame Start auf den CLP 1 geplant wird. Als alle Teams auf dem Startplatz sind, wir dann doch kurz nach Sonnenaufgang die grüne Flagge gezogen. Auf dem Aufgabenblatt stehen nur zwei Qual-der-Wahl-Aufgaben, mit einer Auswahl von jeweils vier Zielkreuzen. Da der Wind in den unteren Schichten genau entgegen den gesetzten Zielen bläst, wird bei einem Zusatzbriefing kurz vor dem Start jeweils ein Ziel jeder Aufgabe vom Süden in den Norden verlegt.

Die modellierte Windrichtung ist aus Nordwest, daher sehen wir keinen Nachteil, wenn wir mit dem zum Start vorhandenen Wind genau in Richtung der neu gesetzten Zieloption der ersten Aufgabe fahren. Kurz vor Erreichen des Zielkreuzes stellt dieser Wind jedoch abrupt ab. Nur gerade die ersten Ballone schaffen es, an diesem Qual-der-Wahl-Ziel einen Marker fallen zu lassen. Nun tritt gezwungenermassen Plan B in Kraft und wir fahren in die entgegengesetzte Richtung zurück zu den ursprünglich gesetzten Bodenzielen. Wie bei den beiden ersten Fahrten ist die Windrichtung am Boden sowie auch in anderen Schichten nicht konstant.  Dies macht es sehr schwierig die Ziele exakt anzufahren. Liegen oftmals an solchen Meisterschaften viele Marker auf einem Haufen, muss man hier schon froh sein, überhaupt in die Nähe des Zielkreuzes zu gelangen.

Trotz abermaligem Umentscheiden bei der Zielwahl, gelingt uns der erste Marker sehr gut. Mit einer Ablage von 2,5 Metern können wir für die Umstände sehr zufrieden sein. Beim zweiten Ziel gelingt es nicht mehr ganz so gut, trotzdem landet der Marker in Zielkreuz-Nähe. Da es wirklich sehr schwierig ist, die Ziele genau anzufahren, können wir uns mit diesen beiden Resultaten wohl glücklich schätzen. Mittlerweile sind auch die meisten Resultate der Fahrten von gestern online. Bei einigen unserer leider schlechten Resultate der ersten Fahrt gab es gar noch weniger Punkte wie befürchtet. Wir haben an dieser WM nun definitiv die Rolle des Jägers und sind nicht die Gejagten. Wir geben jedoch nicht auf und es sollte noch einige Chancen geben, Boden gut zu machen. Tunlichst vermeiden sollten wir nun weitere schlechte Ergebnisse, welche unsere Aufholjagd bremsen könnte.

2. Fahrt – Sonntagabend

Gestellt sind zwei Aufgaben. Eine Qual der Wahl aus drei möglichen Zielen, gefolgt von einem Landrun. Der Start ist für alle auf dem gemeinsamen Startplatz beim Flugplatz gesetzt. Die Qual-der-Wahl-Ziele sind allesamt so gesetzt, dass man, um sie zu erreichen, zwingend rasch auf ca. 600m über Grund steigen muss. Da der Wind zu Beginn bis auf den Boden recht zügig ist, stellt sich wieder eine ähnliche Herausforderung wie schon am Morgen. Man muss im richtigen Moment absteigen, um sich gut in Position zu bringen und mit den tiefen Winden übers Zielkreuz zu gelangen. Aus der negativen Erfahrung von heute Morgen, wo wir zu sehr aufkreuzen wollten und es dann nicht mehr weit genug ans Ziel schafften, fahren wir diesmal etwas direkter an. Dies zahlt sich aus, da die Bodenwindschichten weiterhin nicht sehr konstant sind. Wir haben Glück und die passende Linie mit dem passenden Wind bleibt bis zum Ziel konstant und wir können den Marker auf dem Kreuz fallen lassen. Da es am Abend oft allgemein etwas inkonstanter ist, sind wir äusserst glücklich mit diesem Top-Resultat, besonders nach dem Fehlstart von heute Morgen.

Beim „Landrun“ muss durch das Setzen von drei Logger-Punkten innerhalb von 30 Minuten, eine möglichst grosse Dreiecksfläche erzeugt werden. Da die Windgeschwindigkeiten in Bodennähe langsamer geworden sind, ist die Ausgangslage für diese Aufgabe durch den späteren Start eher etwas schlechter geworden. Dennoch machen wir den ersten Schenkel der Dreiecksfläche tief und versuchen, eine möglichst grosse Strecke gegen Nordosten zu fahren. Nach 15 Minuten setzen wir den zweiten Loggerpunkt, dieser markiert das Ende des ersten Schenkels und startet gleichzeitig den zweiten Schenkel. Für eine ideale Richtung des zweiten Schenkels müssen wir rasch aufsteigen. Durch vorangefahrene Schweizer Piloten wissen wir, auf welcher Höhe wir den idealen und schnellen Wind suchen müssen. Wie immer bei solchen Aufgaben ist es sehr schwierig einzuschätzen, welche Position in der Rangliste das gefahrene Ergebnis bringt. Aus dem was noch möglich war, haben wir versucht das Beste rauszuholen. Die Bedingungen waren wohl nicht mehr ganz so gut wie bei früher gestarteten Ballonen.

1. Fahrt – Zäher Start in die Meisterschaft

Zu unserer Freude hat es kaum Nebel und die Wetterbedingungen sind gut als wir uns um 05:00 Uhr zum Briefing einfinden. Die gestellten Aufgaben sind ebenfalls attraktiv, aber auch mit vielen kleinen Herausforderungen gespickt. Die jeweiligen Aufgabenblätter findet ihr über den Button auf „Watch me fly“, ebenso die Resultate, sobald diese publiziert werden.

Die Schweizer Piloten starten alle von derselben Ecke und entscheiden sich schon beim Start für eines der drei möglichen „Qual der Wahl“-Ziele. Die Winde sind sehr zügig und greifen beim ersten Ziel bis auf den Boden durch. Dies lässt den Piloten nur sehr wenig Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Da die schnellen Winde in der Richtung immer wieder wechseln, ist es sehr schwierig sich auf eine Windschicht zu verlassen. Wir steigen etwas spät ab, durch die hohe Geschwindigkeit wirkt sich jede Sekunde direkt in mehrere Meter aus. Leider geht dann der Wind am Boden nicht mehr so weit links wie erhofft und wir fahren ca. 100m am Ziel vorbei. Dies ist wohl leider ein sehr schlechtes Resultat, da wir befürchten, dass die meisten welche später starteten, wieder etwas besser zum Ziel gelangen. Ganz ähnlich geht es uns leider auch bei der zweiten Aufgabe einem „Gordon Bennett Memorial“, hier muss der Marker in einer definierten Fläche landen, ansonsten hat man kein messbares Ergebnis. Leider gelingt uns auch dies nicht, es geht hier wohl einigen gleich wie uns, je mehr dieses Ziel verfehlen desto mehr Punkte gibt es noch für uns und die restliche Gruppe der „Unglücklichen“. Das zweite Qual der Wahl gelingt uns dann einigermassen ok, mit gut 10 Metern Ablage zum Zielkreuz, auch alles andere als ein Glanzresultat, jedoch ein Schritt näher an die Punkteregion, wo wir uns gerne immer wiederfinden wollen. Der Aufwärtstrend hält dann immerhin an. Die beiden folgenden Fly On – Aufgaben, Ziele, welche von jedem Piloten individuell nach unterschiedlichen Vorgaben gesetzt werden müssen, gelingen dann gut und sehr gut. Wir hoffen, wir können in den folgenden Fahrten diesen Aufwärtstrend weiterverfolgen und an die letzte Aufgabe der heutigen Morgenfahrt anknüpfen. Den sehr unglücklichen Start mit den drei ersten Aufgaben, lassen wir schnellstmöglich hinter uns und hoffen, dass wir das Pech für diese WM bereits hinter uns haben. Noch ist nichts verloren, es war heute für alle nicht einfach. Das Wetter lässt hoffen, dass doch viele der geplanten Fahrten stattfinden können.

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Lieber Stefan und Team

Ich wünsche euch viel Erfolg an der WM!
Guet land

Annemarie

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Danke für die wunderschönen Bilder.👏😳💪 Nur nicht verzagen! Jagen und nicht gejagt zu werden, ist jetzt eine neue Herausforderung. Daumen sind gedrückt. ✊✊✊✊🍀🍀🍀🍀Gruss aus Turbenthal

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Lieber Stefan

Super Leistung!!! Wir gratulieren dir und deinem Team herzlich zum Weltmeister-Titel. Du hast die Nerven behalten und die Aufholjagd für dich entschieden! Chapeau!
Weiterhin alles Gute und herzliche Grüsse

Annemarie und Gallus

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