Wettkampf

Europameisterschaft im Heißluftballonfahren 2021 Szeged HU

Geschrieben von stefan am Samstag, 11. September 2021

Schweizer Doppel -Sieg

Nun ist es definitiv und die Resultate final. Roman Hugi ist neuer Europameister 2021.  Wir gratulieren Roman und seinem Team zu hervorragenden. Wir belegen mit unserer Crew den 2. Platz und lassen somit 79 Teams aus 24 Nationen hinter uns. Wir haben hart gekämpft und uns wieder nach vorne gearbeitet. Leider sind vier der zehn geplanten Fahrten ausgefallen…. Insgesamt haben wir 19 Aufgaben gefahren; was im Vergleich zu den letzten Jahren halt auch nicht sehr viel ist…. Heute Mittag ist die Siegerehrung. Anschließend werden wir gleich zurück in die Schweiz fahren.

Freitagmorgen- vorletzte mögliche Fahrt

Heute Morgen werden vier Aufgaben gestellt. Bereits beim Briefing wird der Event Direktor David Bareford über die weitere Durchführung dieser Fahrt kritisiert. Das Problem sind einige schwache Schauer aber auch recht zügige Windverhältnisse. Nach dem Briefing fahren wir rasch mit der ganzen Nationalmannschaft raus und messen die Winde. Die Wettkampfleitung hat sich offen behalten die Fahrt bis um 6:15 Uhr abzusagen. Wo wir draußen Wind messen ist der Wind mal eine Zeit lang erstaunlich zügig. In dieser Phase kommt dann definitiv auch die Absage der Fahrt. Wer will darf fahren….

Somit bleibt zu hoffen dass es heute Abend doch noch zu einer kurzen Abendfahrt klappen könnte; Falls nicht, ist das auch kein Drama; das würde nämlich heissen: Roman Platz 1 und wir Platz 2; schliesslich mögen wir das Roman auch von Herzen gönnen!

2. letzte geplante Fahrt

pünktlich um 05:15 startet das Briefing mit einem Aufgabenblatt mit 4 Aufgaben. 
Wir sind startklar und warten auf dir Piloten aus dem Briefing…

4.- letzte geplante Fahrt abgesagt

Heute Morgen um 4:25 Uhr erreichte uns per WhatsApp die Info, dass das Briefing heute früh abgesagt ist. Gründe stehen in der Nachricht natürlich nicht. Es ist anzunehmen, dass der Wind doch zu stark ist. Je nach Modell wäre bis etwa 8:00 Uhr mit einigermaßen vernünftigen Geschwindigkeiten Fahrbar gewesen….. in flachen Ländern wie Ungarn bildet sich dann oft über der Bodeninversion, also in geringer Höhe zum Boden eine markante Windströmung. Nach Modellen hat diese heute Morgen eine Stärke von 15-20 Knoten. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass sie auch deutlich schneller sein kann, als die Modelle das glauben….

Somit ist die nächste Möglichkeit heute Abend. Allerdings sehen hierfür die Windprognosen noch schlechter aus.

Was will man machen…. legen wir uns wieder schlafen….

6. Wettfahrt

Heute Abend starten wir auf dem CLP, dem Flugplatz von Szeged. Gestellt ist als erste Aufgabe eine vom Piloten deklarierte 3-D Aufgabe. Man muss sich vorstellen wie eine Torte mit drei übereinander liegenden Etagen.  Im untersten Stockwerk ist der Faktor eins im zweiten Faktor zwei und im dritten Faktor drei. Wir starten als einer der ersten Ballone um nicht im Pulk zu sein. Wir setzen unsere bereits deklariert Coordinate noch einmal 300 m östlich. Schließlich fahren wir gar nicht so schlecht durch die Torte und Punkten dabei. Es ist aber natürlich sehr schwer abzuschätzen wie gut die Aufgabe insgesamt gelöst wurde; Weil jede Crew eine andere Koordinate gesetzt hat… Auch bei der zweiten Aufgabe, dem Fly-on ist unser Ergebnis mit 15m schwer abzuschätzen. Für eine Abendfahrt aber sicher gut. Die Winde haben bereits zugenommen. Und wir müssen mitten in einem Dorf mit vielen Stromleitungen landen, weil direkt hinter dem Dorf ein größerer Wald und dann ein sehr großes PZ, also ein Sperrgebiet liegt. Bald ist alles verpackt und wir zurück beim Flugplatz.

5. Wettfahrt

Auch heute Morgen werden fünf Aufgaben gestellt. Um die erste Anfahrt etwas zu erschweren, stellt der Wettbewerbsleiter ein Gordon Bennett, d.h., dass das Ziel außerhalb des Wertungsgebietes liegt und der Marker in einem sehr spitzen Dreieck links und rechts vom Ziel abgeworfen werden muss. Wir starten in einem Feld. Es stellt sich bald heraus, dass mindestens 70 % der Ballonen im gleichen Feld am Aufrüsten sind.

Wir steigen sofort auf etwa 600 Fuß, dort scheint die Richtung zum Ziel am besten. Ca. 200 m vor dem Ziel, sinken wir rasch ab, durch diese Schicht, die uns zu weit nach Osten bringen würde. Schließlich kommen wir direkt beim Ziel zum stehen und müssen nun den Marker in die Ecke des Wertungsgebietes werfen. Ständig werden wir von anderen Ballonen, die von oben runter stechen, hin und her geschubst. Gott sei Dank liegt der Marker letztenendes noch knapp innerhalb vom Wertungsgebiet. Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Rasch steigen wir wieder in die meist links drehende drift und versuchen eines der Qual der Wahl anzufahren. Leider bewegen wir uns mit den anderen Schweizern genau in einem Pulk, der ein bisschen mehr rechts driftet…

Schließlich fahren wir außerhalb der Marker Wertung zone vorbei und können nur mit dem logger werten. So wie es scheint, hat der Wind später wieder mehr links gedreht, so, dass doch etwa 40 Ballone ein gutes Resultat bekommen. Anschließend müssen wir eine möglichst große Distanz in einem Wertungsgebiet zurücklegen. Auch hier zählt jeder Meter nach links. Hier ist es natürlich extrem schwer, abzuschätzen, wie gut unser Ergebnis sein wird.

Als vierte Aufgabe müssen wir ein Fly on fahren. Dieses Ziel liegt auf 1000 Fuß. Vor Verlassen der Wertungsrea müssen wir dieses Ziel deklariert haben. Auch hier sind wir mit ca. 5m sehr zufrieden. Schließlich diskutieren wir innerhalb der Nationalmannschaft, wie wir die letzte Aufgabe, den Donut wohl lösen wollen. Wir setzen diesen praktisch  nördlich und versuchen dann innerhalb von zwei Kreisen die 1 km Abstand aufweisen, eine möglichst große Wegstrecke zurückzulegen. Auch mit dieser Aufgabe bin ich über alles gesehen zufrieden, habe allerdings deutlich bessere Resultate gehört von anderen Piloten…. Alles in allem ist die Fahrt heute Morgen aber zufriedenstellend verlaufen.

4. Fahrt

Anfänglich werden beim Briefing zwei Aufgaben gestellt. Eine Qual der Wahl mit fünf Zielen zur Auswahl; danach ein Fly on. später realisiert Kampfleiter David Bareford dass es zeitlich vermutlich knapp wird beide Aufgaben zu lösen und streicht die zweite. Zudem setzt er einige dreidimensionale Ziele weiter östlich; weil die erwartete Winddrehung kurz vor grünen Flagge noch nicht wie gewünscht kam.

Wir starten ja im vorderen Feld. Die Winddrehung nach rechts kam dann auch plötzlich. Die Winde waren dann insgesamt auch plötzlich sehr langsam. Haben dann über die ganze Fahrt aber um Faktor zwei zugenommen.

Schließlich droppen wir unseren Marker bei etwa 3m Ablage. Damit können wir mehr als zufrieden sein.

3. Wettfahrt Task 7 - 11

PILOT DECLARED GOAL NR.7

das Ziel musste vor dem Start vom Piloten deklariert werden.

Diese Aufgabe meistern wir einigermaßen gut. Wenig vor dem Ziel hat der Wind aber zu viel nach links gedreht und wir müssen noch einmal bis auf 500 Fuß runter um rechts vor zu halten. Nun müssen wir 100 m vor dem Ziel noch einmal 200 m steigen, Weil das Goal auf 1000 Fuß liegt! Mit etwa 16m sind wir aber sehr zufrieden….

CALCULATED RATE OF APPROACH NR. 8

Das Ziel ist im 15 Minuten Takt geöffnet; Das heisst, dass wir noch zur richtigen Zeit dort sein müssen damit die komplette MMA offen ist. Auch das gelingt uns von der Zeit her sehr gut; leider fahren wir ein bisschen zu viel rechts am Ziel vorbei. Der Marker liegt schätzungsweise bei 6m

HESITATION WALZ NR. 9

Zwei Ziele liegen hier zur Auswahl; das erste in 180° vom vorhergehenden ; das Andere bei 165 °. Wir entscheiden uns für das östlichere.

Auch hier fahren wir etwas zu viel rechts dran vorbei, weil wir durch andere Ballone behindert werden 😔.

JUDGE DECLARED GOAL NR. 10

Auch hier bleibt die gute Steuerung in der Boden Inversion erhalten und somit ist auch klar, dass auch hier der Marker gut liegen muss. Leider bewegen wir nach wie vor zwischen vier Franzosen und kämpfen um die beste Position für den Markerdrop….. insgesamt müssen wir auch mit diesem Resultat zufrieden sein.

MINIMUM DISTANCE DOUBLE DROP NR. 11

Davon sprechen wir lieber nicht. 100 m vor dem Ziel dreht der Wind plötzlich etwas nach rechts wir fahren etwa 10m an der Zielmitte vorbei…. Es müssen zwei Marker möglichst nahe beieinander in gegenüberliegende Wertungsgebiete fallen. Aus unserer Position ist das eigentlich gar kein großes Problem😊. Irgendwie bleibe ich bei Markerwurf an meinem Patch hängen und reise diesen ab; beides fällt senkrecht nach unten… natürlich ins falsche Gebiet. 😬

Immerhin können wir die ideale Landefläche auf dem mehrere Kilometer großen Flugplatz nutzen und haben den Ballon mit unserer fleissigen Crew rasch verpackt. Somit beenden wir auch die dritte Fahrt eher durchzogen und nicht wirklich mit großem Glück.

2. Wettfahrt mit zwei Aufgaben

Es handelt sich um zwei HARE AND HOUNDS mit dem selben Ballon. Der Ballon ist um 17:30 gestartet und wird nach ca. 30 Minuten fahrt Zeit ein Zielkreuz auslegen. Für die zweite Aufgabe wird der “Fuchs” nochmals für ca. 30 Minuten fahren und ein zweites Ziel auslegen. Die Winde sind sehr schwach und es wird eine Geduldsübung heute Abend…

1. Wettfahrt Task 1-4

 

Heute Morgen werden 4 Aufgaben gestellt. 

Nr. 1 ist ein FLY auf einem Flugfeld. Nur wenige Piloten sind hingekommen, da sich der Wind immer mehr von Osten nach Westen gedreht hat. Wir befinden uns leider auch im Mittelfeld. Weiter zum Task 2 steigen die Ballone schnell, um wieder nach Süden zu korrigieren. 

Nr. 2 HESITATION WALZ 3 Target 

Die Piloten müssen eines der 3 gegebenen Ziele anfahren und Markern. Der Marker darf nur aus dem Korb fallen und nicht geworfen werden.

Nr. 3 FLY ON

Es muss ein Ziel auf einer Höhe deklariert werden vom Piloten und mit einem digitalen Logger wird die Distanz gewertet.

NR. 4 ANGLE

Sind sie aktuell dran…

Letzte Trainingsfahrt

Heute Morgen konnten wir als komplette Schweizer Nationalmannschaft trainieren. Es sind alle 6 Teams gestartet um 6 gestellte Aufgaben zu lösen. Fly in, Qual der Wahl, 3 mal Judge declared goal und ein Fly on…

Ralph Frasler (Nati Trainer) ist ebenfalls vor Ort und unterstütz uns mit Windmessungen. Diese werden mit Sonden auf bis zu 9000 ft gemessen und digital an die Teams verschickt. Es wurden noch einmal wacker Marker abgeworfen und die ebenfalls wichtigen Bodenteams mussten sehr schnell von Ziel zu Ziel fahren um den Bodenwind zu messen und den Piloten mitzuteilen. Es konnten alle CH-Teams die 6 Aufgaben lösen und sogar wieder bei einander landen. Im Konvoi gings zurück an den Flugplatz wo Gas gefüllt wurde. Wir machen wie immer ein kurzes debriefing… Um 17:00 Uhr treffen wir uns alle für das General Briefing und Morgen Montag früh findet die erste Wettfahrt statt. 

Am Sonntag 12. September startet in Szeged, Ungarn die diesjährige FAI Heissluftballon-Europameisterschaft 2021. Gemeldet sind insgesamt 85 Teams aus rund 23 Nationen. Die Schweizer Delegation startet mit 6 Teams:

• Stefan Zeberli

• Roman Hugi

• Marc Blaser

• René Erni

• Gian-Marco Nacht

• Cedric Gauch

Der Wettkampf kann unter diesem Link verfolgt werden:
https://europeans2021.eu/index.php/pilots/

Erste und zweite Trainingsfahrt

Bereits am Freitag und Samstagmorgen trainieren die Schweizer Teams zusammen. Das Training klappt hervorragend und wir können zusammen Bei optimalen Wetterbedingungen interessante Aufgaben fahren. Am Freitag morgen wehen noch recht zügige Winde über der Bodeninversion während es am Samstag dann schon fast windschwach ist…. Die Gegend um Szeged ist optimal für Wettbewerbe mit Ballonen. 

Auch wenn es absolut flach ist hat es vor allem am Morgen doch eine sehr gute Steuerung. Das entwickelt sich durch eine sogenannten Bodeninversion.

Wir versuchen während der Meisterschaft immer mal wieder zu blogen und einige spannende News über das Geschehen und unsere Einschätzungen zu  geben.

Unser Team besteht aus sieben Personen mit dabei sind:

Stefan Zeberli, Simon Zeberli, Lea Zeberli, Jakob Zeberli, Sonja Trindler, Björn Krähenbühl und Roland Baumann.

Wir haben uns auf den Bewerb bestens vorbereitet und sind bereit😊.

Morgen Sonntag findet das Generalbriefing statt. Die erste Wettfahrt ist für Montag morgen geplant. Täglich finden zwei Wettfahrten statt; die erste um circa 6:00 Uhr die zweite abends um circa 16:30 Uhr. Pro Fahrt sind dann jeweils verschiedene Aufgaben zu lösen…..

 

5. Horb am Neckar Cup/ 1. Platz

Geschrieben von stefan am Montag, 16. August 2021

Lange Zeit war es nicht klar ob der Horber Cup in diesem Jahr wegen Corona überhaupt stattfinden kann. Wahrscheinlich ist genau aus diesem Grund die Teilnehmerzeil so klein wie noch nie. Trotzdem legen sie die lokalen Organisatoren; an der Spitze; Fabian Bär, mächtig ins Zeug und organisieren einmal mehr einen fantastischen Event! Auch die profimässige Wettkampfleitung mit Wettkampfleider Matrin Wegner brilliert auch in der 5. Ausgabe mit einer super Arbeit und genialer Aufgabenstellung. Dank gutem Wetter fahren wir alle 6 Fahrten mit insgesamt 22 Tasks.

Mein Team setzt sich in diesem Jahr wie folgt zusammen:

vl.Gerry Löffel, Köbi Zeberli, Cedric Merks (mein Neffe), Sonja Trindler und mir.

Video von Carsten Fischer

Video Carsten Fischer

Schweizermeisterschaften 2021

Geschrieben von stefan am Montag, 9. August 2021

Vom 5.-8. August finden in Affoltern im Emmental die Schweizermeisterschaften satt. Durch Covid 19 konnten über lange Zeit keine oder nur dezentrale Meisterschaften ausgetragen werden. Für uns ist es seit fast 2 Jahren der erste Event! Unser Team setzt sich wie folgt zusammen:

Stefan und Simon Zeberli sind im Ballon, Roland und Björn im Nachfahrerfahrzeug mit Anhänger während Urs, Köbi und Sonja als Windmessteam unterwegs sind.

Das Wetter ist alles andere als einfach. Trotzdem gelingen insgesamt 4 Fahrten mit 10 Aufgaben. Das sind im Vergleich zu den letzten 5 Schweizermeisterschaften sehr wenig Aufgaben. Auch Teilnehmer hat es so wenige wie noch nie. Dank der guten Organisation und Wettkampfleitung gelingt es aber dennoch einen würdigen neuen Schweizermeister auszuloten:

Wir gratuliren Roman Hugi und seinem Team zum verdienten Meistertitel.

 

 

Europameisterschaft 2019 Manacor/Mallorca

Geschrieben von urs am Mittwoch, 23. Oktober 2019

Zum fünften Mal Europameister- zum 3. Mal in Folge

Die letzte Fahrt am 27. Oktober am Morgen, meinem 38. Geburtstag, brachte noch einmal 2 Aufgaben. Bei dieser doppelten Fuchsfahrt hatten wir leider bei beiden Zielen extremes Pech und werden im Pulk von anderen Ballonen weggedrückt.  Zum Glück ist unser Vorsprung aber so gross, dass es aber noch bei weitem für den Titel reicht. Leider lief es auch bei Roman Hugi bei dieser Fahrt nicht optimal und muss deswegen den zweiten Rang abgeben. Das ist für uns alle eine sehr grosse Enttäuschung. Immerhin haben wir bei dieser EM die beste Nationenwertung und drei Piloten in den Top Ten.

Nach der Fahrt packen wir alles zusammen und fahren nach Palma de Mallorca, wo am Abend die Siegerehrung statt findet; eine wirklich sensationelle Veranstaltung und Prizegiving- Ceremony!

Die Veranstaltung ist dann um 22:00 Uhr fertig. Sofort fahren wir in knapp 20 Minuten zum Hafen wo wir direkt auf Fähre Richtung Barcelona fahren.

3. Fahrt Samstagmorgen

heute Morgen herrschen endlich perfekte Bedingungen für eine ausgiebige Fahrt: insgesamt stellt Wettbewerbsleiter David Bareford und sein super Team heute sechs Aufgaben. Er scheint sich der Windrichtung ziemlich sicher zu sein; alles liegt nämlich praktisch auf einer Linie.

Als erste Aufgabe müssen wir vor dem Start noch ein Ziel dreidimensional deklarieren. Wir starten vermutlich ziemlich genau in der zweiten Hälfte.  Zuerst kämpfen wir uns mit dem tiefen Bodenwind gegen Osten weil die Winde über der Bodeninversion etwa 10-15° mehr rechts gehen als erwartet....

Diese und alle folgenden Aufgaben erreichen wir teilweise gut bis mittel prächtig. Richtig grosse Freude haben wir wo wir uns bei der Minimumdistanz fast als einziger Ballon in die MMA bewegen und dann auch noch den Marker hinein bringen...

Weil wir nun der vorderste Ballon sind haben wir etwas Schwierigkeiten bei der letzten Ziel Auffahrt... Der Wind hat nämlich wieder nach links gedreht..... nun hoffen wir dass dieser Marker mit über 10 m Ablage immer noch einen guten Punkte-Schnitt bringen wird.

Mein super Team hat den Ballon rasch verpackt so dass wir auch wieder als erste beim D- Briefing und Gastanken sind.

Freitagabend- schon wieder abgesagt 

Heute stehen drei Aufgaben auf dem Aufgabenblatt.  1 Stunde vor Sonnenuntergang  werden zwei davon gestrichen weil der Wind immer noch sehr flott ist....

 Schliesslich wird auch diese letzte Aufgabe gestrichen. 5 Minuten nach der Absage legt sich schliesslich der Wind komplett und es wird ganz ruhig.  Die Wettbewerbsleitung lässt und offen ob wir zum Plausch eine Fahrt machen wollen. Wir entscheiden uns aber dagegen und fahren zurück in unser Ferienhaus zur Erholung.  Insgesamt starten wohl ungefähr 20 Ballone.

2. Fahrt- 4 Aufgaben

Heute Morgen treffen wir auf dem Aufgabenblatt nicht wie erwartet sechs Aufgaben sondern nur vier Aufgaben an. Grund dafür ist, dass die Felder nach wie vor sehr nass sind und man nur auf dem Startplatz eins, also beim Flugplatz, ohne Bedenken drauffahren könnte. Wir starten im Mittelfeld, ortographisch als auch zeitlich; was unser schnelles steigen sehr stark beeinträchtigt; somit hat es uns im langsamen Aufstieg ziemlich weit nach Osten verschoben, wie viele unserer Konkurrenten. Der Fuchs Ballon, der etwa 10 Minuten vor uns gestartet ist, hatte eine deutlich steiler Nord- Komponente und ist für uns leider nicht mehr zu erreichen... was soll’s; schliesslich ist es für alle gleich wir kämpfen was wir können und erreichen bei dieser Doppel- Fuchsfahrt zwei Resultate mit denen wir zufrieden sein müssen. Anschliessend fahren wir das JDG über der Kirche von Manacor an. Dieses Treffen wir recht gut und haben eine Ablage von 13 m (dreidimensional). Als letzte Aufgabe ist ein 3DT gesetzt. Wir haben Glück und die Winde wechseln immer wieder so können wir lange Zeit in engem Raum einiges an Punkte sammeln... auch hier erreichen wir einen Top Resultat.

1. geglückte Fahrt

Heute Abend herrschen auf Mallorca perfekte Bedingungen für eine interessante Wettfahrt. Wettbewerbsleiter David Bareford stellt zwei Aufgaben; ein erstes Ziel muss vor dem Start vom Piloten deklariert werden- es liegt auf 400ft, also ca. 35m über Boden. Als zweite Aufgabe steht wieder einmal eine Qual der Wahl an. Hier kann man aus vier offiziellen Zielen wählen....

Insgesamt sind wir mit den Resultaten mehr als zufrieden.

4.Fahrt Donnerstagmorgen- abgesagt.

Auch heute Morgen hat es während dem Briefing bereits geregnet. Auch wenn nur eines von fünf Modellen dafür Anzeichen gab..... beim Briefing erwarten uns sechs Aufgaben. Eine richtig tolle und sportliche Aufgabenstellung!

Rasch fahren wir zum gemeinsamen Startplatz. Der Großteil der Strecke dorthin legen wir bereits im Regen zurück. Die große Regenzelle passiert uns dann in der nächsten Stunde. Leider ist das Feld wo wir starten sollten sehr nass und schwierig zu befahren. Ohne 4WD praktisch keine Chance wieder aus dem Feld heraus zu fahren... Dieser Punkt und vermutlich auch der Druck der Wettbewerber hat David dann veranlasst die Fahrt komplett abzusagen. Vermutlich hätte man nach 09:15 Uhr durchaus starten können....; die Fahrt allerdings auf zwei oder drei Task verkürzen müssen...

Einmal mehr eine Enttäuschung hier auf Mallorca.

Die gute Nachricht: das ganze Material ist noch ganz und das Wetter für die nächsten Tage sieht deutlich besser aus. Wir halten den Kopf hoch und freuen uns auf die heutige Abend Fahrt.

3. Fahrt am Mittwoch Abend abgesagt

Auch heute Abend wird die Fahrt abgesagt. Rein vom Wetter her gesehen hätte man mindestens einen Versuch gestartet diese Fahrt zu machen. Leider hat es so viel geregnet dass man nur auf einem einzigen Startplatz starten könnte; von dort aus wären wir aber in eine sehr ungünstige Richtung gefahren, was die Landung wiederum sehr schwierig gemacht hätte...  Die gute Nachricht am Ende des Briefings vom Meteorologen Michael Noll: Der Grossteil der nächsten Fahrten finden wohl statt. Die Höhenkaltluft zieht nach Ostern weg und ein flaches Hochdruckgebiet legt sich über das westliche Mittelmeer.

Zusammengefasst heißt das, dass morgen der Wettbewerb so richtig beginnt!

Vom 22.-27. Oktober sind täglich 2 Fahrten geplant. Leider ist das Wetter mindestens die ersten beiden Tage nicht ganz so gut. Ab Donnerstag zieht sich das schlechte Wetter weiter nach Osten zurück. Wir sind optimistisch und rechen doch mit mindestens 4 Fahrten bis Sonntag früh. 

Am Dienstag 22.10. um 12:30 ist die Opening- Zeremonie; anschliessend gleich das Generalbriefing und um 16:15 das 1. Taskbriefing mit dem erstem Task. (HWZ) Diese Fahrt wurde dann regelrecht vom Winde verweht und am gemeinsamen Startplatz abgesagt.

Europameisterschaft 2019 Mallorca - Training

Geschrieben von urs am Donnerstag, 17. Oktober 2019

Zweite Fahrt am Samstagmorgen

Heute Morgen ist deutlich mehr Wind vorhanden als noch gestern; trotzdem sieht es gut aus für vier Aufgaben. Als erste Aufgabe gibt es ein JDG. Dort liegt unser Marker bei etwas mehr als 6m. Danach ändern sich die Winde markant und mein deklariertes FlyOn wird schwierig zu erreichen...  Leider verpassen wir dieses um etwa 65m. Anschließend müssen wir uns zwischen zwei Zielen entscheiden; die Entscheidung fällt uns leicht, weil sowieso alles wieder mehr nach links geht. Das was wir beim FlyOn rechts dran vorbei gefahren sind, fahren wir nun links am Qual der Wahl vorbei.... als letzte Aufgabe müssen wir die Zeit definieren in welcher wir eine Strecke von einer zur nächsten Koordinate zurücklegen. Die Strecke beträgt je nach Höhe und Geschwindigkeit zwischen drei und etwa 3,6 km. Dafür setzen wir 9 Minuten 30 Sekunden. Diese Aufgabe lösen wir perfekt mit einer Abweichung von 0-1 Sekunde. Damit können wir sehr zufrieden sein.

Die Fahrt für heute Abend wurde heute Morgen schon abgesagt. Der Wind dürfte weiter zulegen; so ist auch die Fahrt für morgen früh weniger als 50 % gesichert...

Erste Fahrt- Freitagmorgen

Sechs Aufgaben beschäftigen uns heute Morgen; Wir arbeiten mit Roman eng zusammen und starten als erster Ballon.

Weil wir selber Sonden Wind- Informationen haben, wissen wir, dass es ganz oben, auf den maximal erlaubten 2000ft am meisten nach links geht. Sofort steigen wir auf diese Höhe und fahren flott zu den Zielen. Die ganze Fahrt gelingt uns und auch Roman recht gut.

Am Donnerstag am Morgen heisst es einchecken und alles fertig vorbereiten für das Generalbriefing um 15:00 Uhr; dieses findet in der grossen Briefinghalle in Manacor statt.
Gleich im Anschluss ist die erste Fahrt auf dem Programm. Wir fahren auf einen gemeinsamen Startplatz. Von dort aus sind dann zwei Ziele (JDG) definiert. Das erste liegt in 400 Fuss, also circa 40 m über Grund. Dort heisst es mit dem Logger zu werten. Die zweite Aufgabe liegt dann weitere 4km östlich.
Leider ist der Wind zu lange zu flott, so dass beim Stadtplatz um 18:10 Uhr die schwarze Fahne gezogen wird. Sicher eine vernünftige Entscheidung.....
Sofort packen wir wieder ein und verschieben uns wieder zurück in unser Ferien-Haus und geniessen den Abend halt ohne Ballonfahrt.- Betrachtet man die Vorhersage; werden wir uns an solche Abende gewöhnen müssen....

Am Dienstag richten wir unser grosses Ferienhaus ein und bereiten alles für die erste Trainingsfahrt am Mittwochmorgen vor. Bei perfektem Wetter machen wir eine rund stündige Ballonfahrt über Manacor. Roman Hugi und Team Zeberli sind die einzigen Wettkampf- Ballone die an diesem Morgen in der Luft sind.

Die Reise verläuft nach Plan; wir fahren in Andwil um 2:00 Uhr morgens los und nehmen die Fähre am Montagabend von Barcelona nach Palma.

Schweizermeisterschaft 2019 Willisau

Geschrieben von urs am Dienstag, 28. Mai 2019

Heissluftballon Schweizermeisterschaft 2019

Nach 2016, findet vom 29. Mai bis 2. Juni 2019 endlich wieder eine Schweizermeisterschaft statt. Dieser lange Unterbruch, entstand durch den zweijahres Turnuswechsel von den geraden auf die ungeraden Jahre.

Die Schweizermeisterschaft ist unser erster Wettkampf in dieser Saison. Mit der Europameisterschaft im Oktober und davor zwei weiteren Wettbewerben im nahen Ausland, haben wir dieses Jahr einen gut gefüllten Kalender.
Die SM im luzernischen Willisau, ist jedoch bereits ein Highlight und aufgrund des stark besetzten Teilnehmerfeldes versprechen wir uns einen äusserst spannenden und herausfordernden Wettkampf. Selten war eine Schweizermeisterschaft, respektive der internationale Swisscup, mit sovielen ausländischen Toppiloten besetzt. Neben den beiden amerikanischen Ex-Weltmeister Joe und Rhett Heartsill und den beiden deutschen World Air Games Sieger Sven Göhler und David Strasmann, finden sich noch weitere erfolgreiche Piloten aus insgesamt 10 Nationen im Teilnehmerfeld.
Doch auch National werden wir stark herausgefordert! Allen voran Roman Hugi und Marc Blaser, welche beide international äusserst erfahren und erfolgreich unterwegs sind. Spannend wird auch der Vergleich mit Kurt Frieden, welcher nach langer Pause im Heissluftballon-Wettkampf wieder ins Geschehen eingreift. Kurt gewann seine letzten 3 Schweizermeisterschafts-Teilnahmen 2000 - 2004. Dabei 2004 knapp vor Stefan, bei dessen erster Teilnahme. Seit da konnten wir uns jeweils durchsetzen und den Titel 6mal in Folge gewinnen. Natürlich hoffen wir auch dieses Jahr, auf das nötige Gelingen und Wettkampfglück um die Serie fortzusetzen.

Unser erfahrenes Team in Willisau setzt sich wie folgt zusammen: Stefan und Simon Zeberli sind wie gewohnt im Ballon. Urs Frauchiger und Köbi Zeberli als Windmessteam. Sowie Beat Eugster und Roland Baumann im Verfolgerfahrzeug.

Wir versuchen euch durch diesen Blog auf dem Laufenden zu halten und werden so oft wie möglich berichten. Anbei die Links zur offiziellen Homepage, sowie später den Resultaten.

Ankunft und Training

Am Dienstag treffen wir alle in Willisau ein. Bis am Abend ist die Unterkunft eingerichtet und das Material für die Wettfahrten vorbereitet. Lea mit ihrem Team wohnt ebenfalls bei uns im Ferienhaus. Daher werden wir uns mit dem Kochen etwas abwechseln. Zu unserem ersten gemeinsamen Abendessen gibt es einen Frischkäse - Lauchrisotto mit viel frischem Salat aus Köbis Garten.

Eine Trainingsfahrt am Mittwochmorgen wäre optimal, bleibt jedoch aufgrund des Wetters lange unsicher.
Als wir um 4:45 Uhr aufstehen, regnet es noch. Wir sehen jedoch, dass es bald besser werden soll, daher entschließen wir uns alles bereit zu machen und begeben uns zum Treffpunkt in Willisau.

Ein französisches Team will sich unserer Gruppe anschließen. Somit suchen wir einen Startplatz für drei Ballone und rüsten diese auf. Wir fahren lediglich ein paar Bodenziele an, was aufgrund der steuerbaren Winde auch super klappt. Nachdem nun jeder im Team wieder genau weiss, was er wann zu tun hat, können wir den Tag nun entspannt angehen. Wir korrigieren und besprechen noch letzte Kleinigkeiten und sind somit ready für die Schweizermeisterschaft 2019.

Donnerstagmorgen – erste Wettfahrt

Leichte Nebelschwaden liegen noch in den Tälern, als wir uns um 5 Uhr zum Briefing treffen. Diese sollten jedoch bald verschwinden. Einer ersten Wettfahrt an dieser Schweizermeisterschaft steht nichts mehr im Weg.

Gestellt sind Fly In, Qual der Wahl, Landrun und Fly On. Durch die verschiedenen Täler, in welchen überall der Wind etwas anders geht, ist es sehr schwierig sich für den richtigen Startplatz zu entscheiden. Schlussendlich gibt es nicht unbedingt ein Richtig oder Falsch, den aus verschieden Richtungen und Startpositionen, werden gute Resultate erzielt.

Es ist unglaublich wie präzise die beiden ersten Ziele angefahren werden. Beim Fly In sowie auch beim Qual der Wahl – Ziel gibt es jeweils etliche super nahe Marker. Zum Glück liegen auch unsere Marker ziemlich gut. Als nächstes entscheidet sich Stefan für den Land Run, bei welchem durch das setzten von drei Loggermarks eine möglichst grosse Dreiecksfläche erzeugt werden muss. Offensichtlich haben wir uns wohl für eine schlechte Variante entschieden und werden hier ziemlich sicher kein gutes Resultat haben.

Das Fly On am Schluss, muss auf 3 km Entfernung deklariert werden. Durch eine ziemlich präzise Anfahrt in der korrekten Höhe, erreichen wir den Punkt mit einer Ablage von ca. 10m. Wir hoffen, dass dies ein gutes Resultat in der Rangliste werden wird.

Das Wetter für die weiteren geplanten Fahrten, stimmt optimistisch, dass wohl noch viel gefahren werden kann.

Folgend Links zu Blogs anderer Teams an dieser Meisterschaft.

Donnerstagabend – 2. Fahrt

Schon vor dem Briefing wird das Tasksheet publiziert. Es gibt zwei Aufgaben zu lösen. Ein Fly In auf den CLP beim Wettkampfzentrum, wo auch die Fiesta Ballone starten. Somit gibt es eine schöne Attraktion für die Besucher, welche sich um den CLP scharen. Die zweite Aufgabe ist eine Qual der Wahl (HWZ), und diese macht ihrem Namen alle Ehre. Aufgrund der Windrichtung muss man sich entscheiden ob man das erste HWZ – Ziel vor dem Fly In anfährt und somit weiterweg vom CLP startet oder ob man sich erst auf das Fly In konzentriert und danach eines der Beiden HWZ – Ziele, welche nach dem CLP liegen anfährt.

Wir entscheiden uns erst das HWZ zu fahren und danach direkt zum Fly In weiter. Mit der Option bei einer allfälligen schlechten Ablage zum Ersten, noch eines der hinteren Beiden HWZ – Ziele zu erwischen. Wir erreichen trotz dauernd wechselnden und schlecht steuerbaren Winden die MMA (Marker – Mess - Area). Stefan hat nun wortwörtlich die Qual der Wahl ob er den Marker, welcher nur fallengelassen werden darf, bei einer gefühlt nicht so tollen Ablage von ca. 40m zu geben oder ob er den Marker im Korb behält und sich auf ein anderes Ziel fokussieren soll. Er entscheidet sich den Marker fallenzulassen. Somit muss er jetzt nur noch das Fly In erwischen.

Auch auf der Anfahrt zum Fly In gibt es nicht viel Steuermöglichkeiten. Stefan kämpft sich mit den mittlerweile eher schwachen Winden zum Ziel vor und kann den Marker aufs Kreuz werfen. Diese Aufgabe ist sehr gut gelungen. Beim HWZ jedoch, müssen wir abwarten was die Anderen, welche sich für die entfernteren Ziele entschieden haben, noch hingekriegt haben.

Wer die Resultate vom Morgen gesehen hat, stellt fest, dass wir trotz eher schlechtem Land Run einen im Verhältnis guten Punkteschnitt erreicht haben und in der Gesamtwertung knapp hinter Ivan Ayala aus Spanien liegen. Wir sind nun definitiv im Wettkampfmodus und freuen uns auf weitere Fahrten.

3. Fahrt Freitagmorgen

Für die Fahrt vom Freitagmorgen sind 4 Aufgaben gestellt. Ein Fly In, eine Fuchsjagd sowie zwei Qual der Wahl Aufgaben wo es insgesamt 3 Ziele zu Auswahl gibt, wovon eben zwei gewählt werden. Der Marker darf nur fallengelassen werden. Jedoch soll es bei uns und einigen Anderen gar nicht soweit kommen...

 

Wir setzten, wie die Meisten, auf den stark abfliessenden Wind im Tal. Mit diesem Wind sollte man wunderbar alle Ziele erreichen und könnte danach den Fuchsballon verfolgen.

Da der Fuchs erst um 7 Uhr startet, lassen wir uns etwas Zeit und Starten nicht wie gewohnt sofort. Dies war leider ein Fehler. Am Anfang läuft alles noch nach Plan. Wir erreichen das erste Ziel, eines der Qual der Wahl, ziemlich gut. Unmittelbar danach stellt der zuvor so schön ausfliessende Wind ab. Die Ballone bleiben praktisch stehen. Wer aufsteigt um etwas zu versuchen wird sofort von der schnellen Bise weggetragen und erreicht die restlichen Ziele nicht mehr. Somit bleibt uns nichts anderes übrig als tief zu bleiben und langsam entlang der Hügelzüge knapp über den Baumwipfeln und Gräsern so gut es geht nach Norden in die Region der verbleibenden Ziele zu kämpfen. Grosse Hochspannungsleitungen und andere Hindernisse zwingen einen immerwieder zum Aufsteigen, was einen sofort wieder in die schlechtere Richtung bringt. Nach langem kämpfen lässt es die Topographie und die Winde nicht mehr zu, weiter nach Norden zu kommen. Wir müssen etwas steigen und fahren mit der Bise soweit rechts wie nur Möglich. In eine MMA schaffen wir es trotz allem nicht mehr und erzielen nur noch Loggerresultate, mit teils sehr grossen Ablagen. Da mit uns viele Schweizer in der gleichen Situation waren, wird diese schlechte Fahrt im Bezug auf den Schweizermeistertitel hoffentlich keine verheerende Folgen haben. Jedoch im Swisscupranking, wird es einige ausländische Piloten haben, die heute morgen viel mehr Punkte sammeln konnten. 

4.Fahrt Freitagabend

Gestellt ist nur eine Aufgabe. Nach einem gemeinsamen Start aller Ballone auf dem CLP bei Willisau muss von zwei gegebenen Zielen, eines angefahren werden. Wir müssen uns lange auf die grüne Flagge gedulden, welche die Start Freigabe bedeutet. Der Wind am Boden ist zu stark und man wartet, bis sich die Sonne etwas sinkt und somit auch die böigen Winde schwächer werden. Vor dem Start gibt es nochmals ein Briefing auf dem Feld, bei welchem eines der vorgegebenen Ziele verschoben wird. Danch folgt dann die Startfreigabe.

 

Am Zielkreuz fahren die ersten Ballone links vorbei. So versuchen nun alle Hinteren möglichst weit rechts vorzuhalten, um danach tief dem Tal entlag links auf das Ziel zuzuhalten. Stefan und auch Lea können perfekt tief auf das Ziel zufahren. Stefan wird jedoch unmittelbar auf dem Kreuz von einem anderen Ballon weggedrückt und verfehlt dadurch die Kreuzmitte. Lea hat freie Fahrt und kann den Marker direkt ins Zentrum fallen lassen.

Wir sind natürlich zufrieden mit der Abendfahrt.

Bereits haben wir uns wieder verpflegt, alles besprochen und können nun ins Bett, damit wir morgen wieder fit sind.

5. Fahrt Samstagmorgen

Nach einer erholsamen Nacht, finden wir uns um 5Uhr zum Briefing im Hotel Peter und Paul in Willisau ein. 4 Aufgaben stehen auf dem Aufgabenblatt. Zum Anfang wie schon fast Gewohnt eine Qual der Wahl aus drei möglichen Zielen. Danach ein anspruchsvolleres CRT, eigentlich ein FlyIn, welches aber zusätzlich im 15min Takt offen oder geschlossen ist. Sprich man muss ausrechnen, wie lange man bis zu diesem Ziel braucht, damit man dort ankommt, wenn das Zielkreuz offen und ein Markerabwurf in die MMA gültig ist.

Weiter gibt es zwei Aufgaben digital per Logger zu lösen. Ein Ellbogen, bei welchem eine Möglichst grosse Richtungsänderung (optimal 180Grad zurück) durch das Fahren von in der Länge vorgegebenen Schenkeln aufgezeichnet werden muss. Und zum Schluss ein FlyOn, eine Zielkoordinate in der Luft welcher sich jeder Wettkämpfer selber setzt.

Wir starten so früh wie möglich, da die abfliessenden Winde im Tag, welche man im Verlauf der Fahrt noch benötigt, mit Aufsteigen der Sonne immer schwächer werden. Beim ersten Qual der Wahl – Ziel, welches die meisten Piloten ansteuern, gibt es sehr viele verschiedene kleine Windschichten in Bodennähe. Durch genaue Angaben des Bodenteams und laufendes Überprüfen der tiefen Schichten, ist es Grundsätzlich sehr steuerbar. Jedoch haben wohl viele Piloten Mühe, mit diesem nicht gerade klassischen Hin und Her in diesen tiefen Schichten.  Wir schaffen es beinahe gerade über das Zielkreuz. Der Marker darf nur fallengelassen werden. Dies gelingt ziemlich gut und der Marker landet bei gut 2 Meter.

Für das erste Zeitfenster beim CRT sind wir etwas knapp dran. So entscheiden wir uns, wie die Meisten, vor dem Hügel zu parken und das zweite Zeitfenster abzuwarten. Wir schaffen es in der Zeit zum Zielkreuz. Jedoch kommen wir zu weit links und Stefan muss den Marker von hoch oben in Richtung Zielkreuz schleudern. Das klappt zum Glück sehr gut. Der Marker landet ebenfalls bei gut zwei Meter. Es gibt jedoch noch einige bessere Marker. Aber durch den super Wurf von Stefan, kann ein schlechtes Resultat verhindert werden.

Den folgenden Ellbogen starten wir sofort mit dem ersten Logger Punkt. Ziel ist es solange der abfliessende Wind im Tal noch weht die geforderten ersten 2,5km zu fahren. Stefan verzichtet auf zu genaues korrigieren und eine bessere Richtung zugunsten von mehr Geschwindigkeit. Es ist absehbar, dass der abfliessende Wind bald abstellen wir. So ist es dann auch, kaum hat Stefan seine geforderte Distanz geschafft, stellt der Wind praktisch ab. Nicht mehr Alle schaffen den ersten Schenkel im geplanten Winkel, da der Wind jetzt mehr links dreht.

Den zweiten Schenkel fahren wir ziemlich hoch. Es ist schwer abzuschätzen was hier das Optimale gewesen wäre. Wir hoffen jedoch, dass unser Ellbogen nicht allzu schlecht ist.

Zum Schluss gelingt das Fly In nicht mehr so toll. Wir hätten eigentlich noch 30min Zeit es nochmal zu versuchen. Lassen dies aber und hoffen nun, dass es noch andere gibt, die diese Aufgabe nicht ganz so gut lösen konnten.

Nun liegen nur noch zwei geplante Fahrten vor uns. Wir hoffen wir schaffen noch «die perfekte Fahrt».

6. Fahrt Samstagabend

Mittlerweile sind die gefahrenen 15 Aufgaben ausgewertet. Die Aufgaben von der Morgenfahrt haben uns einen kleinen Schritt näher an Ivan Ayala den seit Beginn Führenden herangebracht. Die Position als bester Schweizer konnten wir weiter verteidigen und den Vorsprung etwas ausbauen.

Für heute Abend sind 2 Aufgaben gestellt. Erst ein vorgegebenes Ziel am gleichen Ort wie Gestern und dann «überraschend» eine Qual der Wahl aus zwei Zielen. Gestartet wird wie Gestern gemeinsam auf dem CLP vor dem Festgelände in Willisau. Die Anfahrt an das erste Ziel gestaltet sich einiges schwieriger wie am Vorabend. Es ist nicht einfach im gekrümmten Tal einen beständigen Wind am Boden zu finden. Daher fährt Stefan das Ziel relativ direkt, dafür etwas höher an. Er lässt den Marker gute 10m neben dem Ziel zu Boden fallen. Unter der gegebenen Bedingung hoffentlich noch ganz ok.

Um das zweite Ziel anzusteuern, kommen fast alle Ballone zu weit rechts. Die vorher noch vorhandene Links Drift ist nicht mehr da. Ein paar wenige Ballone schaffen es auf das Zielkreuz. Auch Stefan fährt ca. 200m zu weit rechts am Ziel vorbei und gibt seinen elektronischen Loggermark. Somit hat er ein Resultat. Anhand der eigenen Sonden Messung erkennt Stefan eine Chance hoch oben zurück zu fahren und falls dies klappt und er die MMA triff, könnte er mit dem Marker eine bessere Wertung schaffen.

Ein paar wenige Ballone folgen Stefan, wohl im blinden Vertrauen darauf, dass dieser wohl schon weiss was er tut. Tatsächlich gibt es Windschichten die langsam wieder zurück vor das Ziel gehen. Wir kämpfen bis 20 min vor Ende der Wertungsperiode. Langsam zeichnet sich ab, dass es wohl nicht zum angepeilten Ziel reichen wird. Ein Tal hinter dem ersten Qual der Wahl Ziel, liegt jedoch noch das Zweite Ziel, auf welchem er den Marker ebenfalls noch fallenlassen dürfte. Aus der Luft erkennen unsere Piloten, dass in diesem Tal das Ausfliessen der allmählich abgekühlten Luft sehr zügig ist. So schnell es geht sinken sie in dieses Tal, was genau aufgeht. Mit teils über 15km/h «rasen» wir nun auf das zweite Ziel zu, genau heading Goal! Nur wenige Minuten vor Ende der Wertungsperiode lässt Stefan seinen Marker bei knapp 9m fallen. Eine riesen Erleichterung und natürlich Freude kommt im ganzen Team auf, haben wir diese Aufgabe eigentlich schon fast als Misslungen abgestempelt…

Morgen Früh findet nun noch die letzte Wettfahrt statt. Wir hoffen auf spanende Aufgaben und einen erfolgreichen Abschluss der Schweizermeisterschaft 2019.

7. und letzte Fahrt – Sonntagmorgen

Nach dem Stand der Resultate nach gestern Abend, haben wir den Schweizermeistertitel schon fast auf sicher. In der Gesamtrangliste liegt der Spanier Ivan jedoch knapp 450 Punkte vor uns. Mit der hervorragenden Leistung und Form von Ivan sieht es eher aussichtslos aus diesen noch zu überholen. Diese Wahrscheinlichkeit verringert sich noch, als beim Briefing heute Morgen nur zwei Aufgaben gestellt werden.

Die erste Aufgabe ist ein «Gordon Bennett Memorial», quasi ein Fly In, einfach mit zwei Dreieckszonen links und rechts vom Zielkreuz in welche der Marker geworfen werden soll. Als zweite Aufgabe, wohl um konsequent zu bleiben, eine Qual der Wahl mit zwei Zielkreuzen.

Da die im Tal abfliessenden Winde jeden Morgen ähnlich waren, entscheiden wir uns für einen Startplatz, von welchem aus wir ohne hochsteigen zu müssen das Zielkreuz erreichen. Durch präzises Anfahren und ohne Behinderung durch andere Ballone, fährt Stefan als einer der Ersten genau über die optimale Ecke der Wertungszone. Er wirft den Marker, mit etwas Sicherheitsreserve, schön in die Ecke. Damit setzten wir Ivan welcher etwas später dran ist, schonmal etwas unter Druck. Ivan steigt etwas spät ab und als er dann ganz runter will, wird er durch einen Ballon unter ihm gehindert. Er muss hoch werfen und daher mehr Sicherheitsmarge geben, damit der Marker sicher in der Wertungszone landet. Zu seinem Unglück werfen viele andere Teams besser und erhält kein gutes Resultat mehr. Sein ganzer Vorsprung ist schon bei dieser Aufgabe aufgebraucht. Das letzte Qual der Wahl – Ziel muss entscheiden.

Zum Glück ist sich Stefan und Simon im Ballon dieser Situation noch nicht bewusst. Auf Grund der Gewissheit den Schweizermeistertitel schon auf sicher zu haben, fahren sie relativ entspannt auf das letzte Ziel zu. Den vor der Fahrt so gut wie fixen Sieg im internationalen Swiss Cup, ist für uns völlig in Ordnung, Ivan ist ein Top Pilot und hätte den Triumph mehr als verdient.

Zurück zum letzten Ziel. Stefan fährt das letzte Ziel geplant etwas links an und will in der untersten Bodenwindschicht, tief nach rechts übers Ziel fahren. Jedoch dreht der Wind nicht wie geplant ein. Da der Marker hier nur fallengelassen werden darf, würden wir ca. 15 Meter am Ziel vorbeifahren. Da es auf 150m Höhe stark nach rechts dreht, brennt Stefan mit beiden Brennern um so schnell wie möglich in diese Schicht zu kommen. Wie geplant dreht der Ballon nach rechts übers Zielkreuz. Im perfekten Moment lässt er den Marker fallen und dieser landet bei ca. 3m. Jetzt muss Ivan nachziehen und mindestens so gut sein.

Ivan entscheidet sich für das andere Qual der Wahl – Ziel. Durch ein zu starkes Korrekturmanöver nach rechts, fährt er zu weit am Ziel vorbei. So passiert, was wir vor der Fahrt nicht mehr als realistisch gesehen haben. Ivan bekommt nur sehr wenige Punkte und wir liegen nun auch in der Gesamtrangliste an der Spitze.

Wir freuen uns natürlich sehr darüber, obwohl wir es Ivan wirklich gegönnt hätten. Haben wir ihm doch schon an der Europameisterschaft 2011 in Spanien den Titel ganz knapp weggeschnappt.

Nun geht es zur Abschlussfeier und an die Siegerehrung. Der 7. Schweizermeistertitel in Serie, ist tatsächlich Wirklichkeit geworden. Besten Dank für alles Mitfiebern, Glückwünschen und Daumendrücken.

Wundervolles Ballonweekend

Geschrieben von urs am Sonntag, 14. Januar 2018

Man könnte schon fast sagen, dass wir nach dieser langen wechselhaften Wetterperiode das wundervolle Wetter schon fast verdient haben....  Trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass das traumhafte Wetter so genau aufs Wochenende fällt. Wir verbringen über viereinhalb Stunden bei besten Bedingungen an diesem Wochenende in der Luft. Eine Fahrt machen wir im Bündnerland von Thusis nach Ilanz. Die andere Fahrt geht über den Alpstein ins Obertoggenburg.