Ballon WM 2022 Slowenien - Training

Geschrieben von admin am Dienstag, 13. September 2022 Jetzt buchen

«Key Grab» und letzte Trainingsfahrt – Ab Morgen gilt es ernst!

Nach der gestrigen durch das schlechte Wetter bestimmten Pause steht der heutige Tag im Zeichen der offiziellen Eröffnung der Heissluftballon-Weltmeisterschaft. Vor dem General Briefing um 10:30 Uhr nutzen wir den Morgen für ein «Trockentraining» mit den verschiedenen Bodenteams, um die Bodenwindmessungen zu vereinheitlichen und Erfahrungen auszutauschen. Am Mittag gibt es einen gemeinsamen Lunch aller Teams, danach folgen die Feierlichkeiten zur offiziellen Eröffnung. Die lokale Organisation sowie auch das Rahmenprogramm können wir bis jetzt nur loben. Das immer noch nasse und eher kalte Wetter macht die ganze Veranstaltung im Freien leider etwas ungemütlich. Ab 18:00 Uhr darf man dann zum «Key-Grab» starten. Ziel ist es, mit dem Ballon so nahe wie möglich an eine auf einem Floss befestigte Stange zu fahren und den Kranz an der Spitze zu «pflücken». Dem Gewinner winkt ein kleines Motorboot als Preis. Wir entscheiden uns diese Möglichkeit für eine zusätzliche kurze Trainingsfahrt zu nutzen, da wir durch die längere wetterbedingte Pause der letzten zwei Tage nicht mehr im «Wettkampfmodus» sind. Wir starten als Erste und kommen zwar genau über die Stange, jedoch zu hoch, um diese leer zu räumen. Wir setzen noch ein weiteres Ziel und nutzen danach eine saubere und halbwegs trockne Wiese zur Landung. 

Morgen früh um 05:15 Uhr startet das erste Taskbriefing. Das Wetter sollte ok sein und einer ersten Wettfahrt steht hoffentlich nichts im Weg. Wir hoffen, die Böden sind nicht all zu nass und es gibt keine «Schlammschlacht». Wir freuen uns sehr, dass es nun endlich los geht, und werden euch hier auf dem Laufenden halten.

4. Trainingsfahrt

Am Mittwochabend ist noch unklar, ob am Donnerstagmorgen eine Trainingsfahrt stattfinden kann. Es sind starke Winde und gelegentlich Regen prognostiziert. Wir stehen trotzdem um 5 Uhr auf und stellen fest, dass es aufgehört hat zu regnen und auch, dass der Wind am Boden entlang ruhig ist. Somit kommen wir trotz schlechter Aussichten doch noch zur 4. Trainingsfahrt. Die Trainingsgruppe der Schweizer hat sich abermals vergrössert. Heute mit dabei ist auch das Team um Nicole Vogel. Wir starten erneut mit einem Fly-In auf den offiziellen CLP am Flugplatz bei Murska Sobota. Schon wenige Meter über dem Boden gehen die Ballone mit dem schnellen Wind mit. Stefan fährt auf 700 m über Grund mit einer Spitzengeschwindigkeit von 62 km/h dem ersten Ziel entgegen. Um das Ziel zu erwischen, muss er so hoch fahren, da unten die Richtung nicht stimmt. Auf das Ziel müssen sie dann aus dieser Höhe sehr schnell absteigen, um es gerade noch zu erwischen. Etwas glücklich erreichen wir das Zielkreuz so doch noch recht gut. Da der Wind sehr schnell ist und ausserdem die Luft äusserst feucht und warm, könnte sichjederzeit wettertechnisch etwas bilden. Daher landen wir schon nach gut einer halben Stunde wieder. Nichtsdestotrotzhat auch dieses Training seine Erkenntnisse gebracht und kann als erfolgreich eingeordnet werden. Aktuell sieht es nicht so aus, dass es noch viele Gelegenheiten für weitere Trainings geben wird. 

Direkt nach der Fahrt konnten wir bereits das Check-In für den Wettkampf erledigen. Unser Bus zeigt ausserdem noch Fehlermeldungen und somit steht auch noch ein Besuch in der Autogarage an…

3. Trainingsfahrt

Zur Trainingsfahrt am Mittwochmorgen treffen sich bereits drei Schweizer Teams. Das Team von Cédric Gauch ist nun ebenfalls fürs Training bereit. Gemeinsam starten die drei Schweizer Ballone und fahren gemeinsame sowie auch individuelle Ziele an. Von der internationalen Konkurrenz zählen wir ca. 25 Ballone, welche den Morgen ebenfalls für eine Trainingsfahrt nutzen. Von den Abläufen und der Aufgabenverteilung her funktioniert bei uns nun alles reibungslos, auch die erzielten Ablagen zu den Zielen sind soweit zufriedenstellend. Heute Abend gibt es sicher keine Fahrt. Morgen früh werden wir rechtzeitig aufstehen und spontan entscheiden, ob ein Training aufgrund der Wettersituation sinnvoll ist oder nicht.

2. Trainingsfahrt

Eigentlich wollten wir vorwiegend an den Morgen die Trainingsmöglichkeiten wahrnehmen und somit heute Abend andere Dinge erledigen. Da nun aber das Wochenende wettertechnisch nicht mehr sehr gut aussieht und Roman Hugiheute auch schon früher wie geplant eingetroffen ist und jede verbleibende Möglichkeit zum Training nutzen möchte, entscheiden wir uns zu einem gemeinsamen Training. Nach ausgiebigen Tests mit der Windsonde, sind diese und besonders auch die dafür verantwortlichen Personen nun aucheinsatzbereit. Die Trainingsfahrt verläuft wiederum erfolgreich und letzte Unklarheiten können geklärt werden.

Morgen früh möchten wir noch einmal ein umfassendes Training ablegen. Allenfalls gibt es dann am Freitag noch einmal eine Chance, dies ist jedoch je nach Wettermodell noch sehr unsicher. 

 

1. Trainingsfahrt

Bei wichtigen Events wie eben einer Weltmeisterschaft reisen wir jeweils einige Tage vor Wettkampfbeginn an. Dies hat den Vorteil, dass man sich einerseits gut einrichten, organisieren und orientieren kann und andererseits auch wichtige Trainingsfahrten abhalten kann. Diese Trainingsfahrten stellen sicher, dass man bis zum Beginn des Events wirklich alles Material so installiert hat, wie man es dann am Wettkampf braucht. Auch hilft es dem Team, die Abläufe zu festigen oder, wo nötig, anzupassen. Stefan hilft es auch, ortstypische Windsituationen zu erkennen und die Gegend kennenzulernen.

 

So machen wir es auch an dieser Meisterschaft und reisen bereits am 12. September nach Slowenien. Am Dienstagmorgen machen wir dann bereits die erste Trainingsfahrt. Es sind offensichtlich schon einige Teams, besonders aus Übersee wie Australien und Japan, angereist und nutzen den perfekten Morgen ebenfalls für eine Trainingsfahrt. 

Neben den bereits genannten Nutzen einer Trainingsfahrt, wirft Stefan heute Morgen viele Marker aus verschiedenen Höhen, um auch dies wieder gut in den Griff zu bekommen. Im Allgemeinen war es am heutigen Morgen sehr gut steuerbar und wir konnten alle uns selbst gestellten Aufgaben sehr gut lösen. Wenn es am Wettkampf ebenfalls so gut steuerbar sein sollte, wird es viele Aufgaben geben, wo wenige Zentimeter über ein gutes oder schlechtes Resultat entscheiden. 

Nach der Trainingsfahrt geht es zurück zu unserer Unterkunft. Wir haben ein Ferienhaus gemietet, in welchem wir uns gut eingerichtet haben und uns auch mehrheitlich selbst verpflegen. Am Abend werden wir den Ballon im Hänger lassen und uns noch vertieft mit den Windsonden sowie weiteren Hilfsmitteln beschäftigen. Aufgrund des Wetters wird es wohl nicht allzu viele Trainingsfahrten geben. Jedoch können wir schon jetzt sagen, dass wir bereit sind für die Meisterschaft und hoffen auf gutes Gelingen. 

Vom 16. bis 23. September finden in Murska Sobota in Slowenien die 23. Heissluftballon-Weltmeisterschaften statt. Wir, das Ballon Team Zeberli, nehmen bereits zum 7. Mal an Weltmeisterschaften teil. Dieses Jahr dürfen wir als Vize-Weltmeister und Nummer 1 der Weltrangliste antreten. Somit sind auch die Ambitionen und unser Ziel klar, wir wollen den Titel zum ersten Mal überhaupt in die Schweiz holen. Dies wird jedoch alles andere als einfach. Die Konkurrenz ist sehr gross. Es sind 105 Teams aus total 32 Nationen gemeldet. Darunter auch die Toppiloten und Weltmeister der vergangenen Jahre. Das Spezielle an internationalen Meisterschaften ist, dass die Ballonteams innerhalb einer Nation zusammenarbeiten und ihre Taktik besprechen sowie auch während der Fahrt die wichtigen Infos und neue Erkenntnisse teilen. Innerhalb der Schweizer Teams funktioniert diese Praxis sehr gut. Durch dieses Vorgehen, bei dem alle voneinander profitieren können und somit bessere Resultate erzielen, sind wir als Nation im sogenannten Nationenranking immer ganz vorne mit dabei. 

Unser Team setzt sich wie folgt zusammen:

Stefan als Pilot hat die Gesamtverantwortung. Neben seinem Gespür und Können im Ballon muss er schon vor dem Start die Entscheidung treffen, wo er starten will, taktische Überlegungen machen sowie, wo nötig, Anweisungen an die Bodenmannschaften geben. Unterstützt wir er dabei von seinem Bruder Simon. Simon ist über Funk und weitere Kommunikationskanäle das Bindeglied zwischen Stefan, den Bodenteams und anderen Ballonen. Des Weiteren schaut er, dass die Technik im Korb funktioniert und unterstützt Stefan beim Lösen der verschiedenen Aufgaben.

Lea und Björn im Verfolgerfahrzeug mit Anhänger sind immer bei Start und Landung vor Ort und sorgen für einen schnellen und reibungslosen Ablauf beim Auf- und Abbauen des Ballons. Während der Fahrt machen sie bei den gesetzten Zielen Windmessungen vom Boden aus. Auf diese Infos ist Stefan im Ballon angewiesen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Seraina, Köbi und Urs sind in einem zweiten kleineren PW unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, je nach Aufgabenstellung und Absprache, weit vor den Ballonen an den angepeilten Zielen zu sein, um die Winde am Boden und den bodennahen Schichten zu messen und an den Piloten weiterzuleiten. Ebenfalls beobachten sie die anderen Ballone und versuchen dadurch, weitere nützliche Infos zu sammeln und entsprechende Hinweise weiterzugeben.     

Zusätzlich werden alle Schweizer Teams von Kurt und Petra unterstützt. Diese beiden lassen nach Absprache Windsonden steigen, welche Windmessungen bis in grosse Höhe vornehmen können. Diese Infos sind meist schon vor dem Start relevant, denn anhand dieser Sondenmessungen kann es sein, dass das taktische Vorgehen nochmals angepasst oder erst aufgrund der Messung geplant wird.

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Wir wünschen euch viel Glück und Segen, gute Fahrten und tolle Resultate und viel Bewahrung. Grüsse an alle. 

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Hallo Stefan,

Ich bin gerade auf den Philippinen,  habe aber trotzdem die WM verfolgt. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Titel. 

Gruß 

Edwin 

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